„Arbeit ist die Grundlage aller menschlichen Zivilisation. Für die altsteinzeitlichen Jäger

und Sammler gehörte sie genauso zum täglichen Leben wie für die neusteinzeitlichen

Ackerbauern, die mittelalterlichen Handwerker und die modernen Fließbandarbeiter.“

Jeremy Rifkin, US-amerikanischer Ökonom und Soziologe


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Unter dem Begriff der Arbeit ist nach Füllsack im Allgemeinen eine Tätigkeit zu verstehen, "die unternommen wird, wenn ein bestimmter Zustand oder eine Gegebenheit in der Welt als unbefriedigend oder mangelhaft erlebt wird, oder wenn sich Ressourcen, die uns wichtig erscheinen, als knapp erweisen" (Füllsack 2009: 8). Dabei hat Arbeit einen ambivalenten Charakter: Mit ihr werden einerseits Mühen, Entbehrungen und Opfern in Verbindung gebracht. Andererseits werden konsumierbare und dauerhafte Arbeitsprodukte als Ergebnisse der Arbeit hervorgebracht (vgl. Füllsack 2009: 8-10).

 

Der Arbeitsmarkt ist ein Markt, auf dem das Arbeitsangebot und die Arbeitsnachfrage aufeinandertreffen. Aus der Sicht der Erwerbstätigen ist er der Ort, der ihnen individuellen Wohlstand, soziale Anerkennung, einen gesellschaftlichen Status, ein Selbstwertgefühl und Lebenschancen vermittelt (vgl. BPB 2004: 98; Oschmiansky 2010). Der Arbeitsmarkt ist ein Ort der Gemeinschaftsbildung, indem die Arbeit zwangsläufig mit zwischenmenschlicher Kooperation, Kommunikation und Interaktion verbunden ist (vgl. Promberger 2008: 9).

Die Arbeit ist in einer hochgradig arbeitsteiligen Gesellschaft zur wichtigsten Säule der Gesellschaft und zugleich zum Problem der Politik geworden (vgl. Schmidt 2004: 34). Das Problem der Politik besteht in der Arbeitslosigkeit, die sich zu einem Massenphänomen entwickelte. Ein wachsender Anteil an Arbeitslosen nimmt am Umbruch des Arbeitsmarktes nicht mehr teil (vgl. Castellucci 2007: 9). Schließlich stellt die Arbeitslosigkeit die wichtigste Einzelursache der Armut und der sozialen Exklusion dar (vgl. Eichhorst/Konle-Seidl 2008: 11).

 

Der Sozialstaat hat das Ziel, seinen Bürgern ein menschenwürdiges Leben, gesellschaftliche Teilhabe und einen angemessenen Lebensstandard zu gewährleisten. Deshalb versucht der Sozialstaat mithilfe einer Arbeitspolitik, die Beschäftigungssituation durch gezielte Eingriffe in den Arbeitsmarkt so zu beeinflussen, dass Beschäftigung gesichert und gefördert wird. Mit der Arbeitsmarktordnungspolitik (Arbeitsmarktregulierung) wird den Anbietern und Nachfragern auf dem Arbeitsmarkt ein rechtlicher Rahmen vorgegeben. Weiterhin zielt die Arbeitsmarktpolitik im engeren Sinne darauf ab, den Lebensunterhalt während der Arbeitslosigkeit abzusichern (passive Instrumente) und die Arbeitsaufnahme unmittelbar zu unterstützen (aktive Instrumente) (vgl. GIZ/Mummert 2012: 18-20).


Quellen:

Bundeszentrale für politische Bildung (2004): Das Lexikon der Wirtschaft. Grundlegendes Wissen von A

bis Z, Bonn.

Castellucci, Lars (2008): Inklusion und Arbeitsmarkt. Schaffen Netzwerke neue Perspektiven für

Benachteiligte?, Dissertation zur Erlangung eines Grades des Doktors der Philosophie an der Technischen Universität Darmstadt, Darmstadt.

Eichhorst, Werner/Konle-Seidl, Regina (2008): Erwerbslosigkeit, Aktivierung und soziale Ausgrenzung.

Deutschland im internationalen Vergleich, Gutachten im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn.

Füllsack, Manfred (2009): Arbeit, Wien.

GIZ/Mummert (2012): Beschäftigungs- und Arbeitsmarktpolitiken in Zeiten von Wirtschaftskrisen, Berlin.

Kaufmann, Franz-Xaver (2005): Sozialpolitik und Sozialstaat: Soziologische Analysen, Wiesbaden.

Oschmiansky, Frank (2010): Arbeitsmarktpolitik, Bonn. [Internetquelle]

Promberger, Markus (2008): Arbeit, Arbeitslosigkeit und soziale Integration, in: Aus Politik und Zeitgeschichte Nr. 40-41/2008, Bonn, S. 7-15.

Schmidt, Manfred G. (2004): Wörterbuch zur Politik, Stuttgart.