ARBEITSMARKTPOLITIK

Die Arbeitsmarktpolitik bezeichnet die politische Regulierung der kompensatorischen Leistungen von Einkommensausfällen infolge von Arbeitslosigkeit sowie die Ausgestaltung von Maßnahmen, die zielgerichtet und nach sozialen Gruppen, Regionen und Branchen differenziert den Austausch von Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt stimulieren sollen (vgl. Jochem 2008: 18).

 

In der Wohlfahrtsstaats- und Arbeitsmarktforschung werden zwei Idealtypen der Arbeitsmarktpolitik gegenübergestellt: die fürsorgende Arbeitsmarktpolitik (auch klassische Arbeitsmarktpolitik) und die aktivierende Arbeitsmarktpolitik. Ebenso wird definitorisch zwischen der passiven und aktiven Arbeitsmarktpolitik unterschieden.

 

Die Arbeitslosigkeit stellt die wichtigste Einzelursache der Armut und der sozialen Exklusion dar. Deshalb verfolgt die Arbeitsmarktpolitik das Ziel, soziale Exklusion zu bekämpfen. Gleichwohl kann die Arbeitsmarktpolitik aufgrund ihrer politischen und institutionellen Ausgestaltung neue  Exklusionstendenzen bewirken.

Fürsorgende Arbeitsmarktpolitik

Die Handlungsebene der fürsorgenden Arbeitsmarktpolitik ist die Makroebene. Der Arbeitsmarktpolitik liegt das Problemverständnis zugrunde, dass die Arbeitslosigkeit vorrangig auf strukturelle Probleme des Arbeitsmarktes zurückzuführen ist.

Aktivierende Arbeitsmarktpolitik

Die Handlungsebene der aktivierenden Arbeitsmarktpolitik ist die Mikroebene, weshalb die Individuen das Ziel der sozialstaatlichen Interventionen sind. Der Aktivierungspolitik liegt das Problemverständnis zugrunde, dass die Arbeitslosigkeit vorrangig auf individuelle Defizite zurückzuführen ist.


Passive Arbeitsmarktpolitik

Die passive Arbeitsmarktpolitik umfasst die materielle Absicherung im Fall der Arbeitslosigkeit durch die Zahlung von staatlichen Transferleistungen (vgl. Pilz 2009: 172), um vor Armut und sozialer Ausgrenzung zu schützen.

Aktive Arbeitsmarktpolitik

Die aktive Arbeitsmarktpolitik umfasst die Maßnahmen zur Beeinflussung des Ausmaßes und der Struktur des Angebots und der Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt, die darauf abzielen, eine (Re-)Integration von Arbeitslosen in eine Beschäftigung auf dem Arbeitsmarkt zu erreichen (vgl. Henneberger/Keller 2004: 171).



Quellen:

Henneberger, Fred/Keller, Berndt (2004): Arbeitsmarktpolitik, in: Alisch, Katrin/Arentzen, Ute/Winter,

Eggert (Hrsg.): Gabler Wirtschaftslexikon, Band A – Be, Wiesbaden, S. 170 - 175.

Jochem, Sven (2008): Arbeitsmarktpolitik, in: Nohlen, Dieter/Grotz, Florian (Hrsg.): Kleines Lexikon der

Politik, Bonn, S. 18-20.

Pilz, Frank (2009): Der Sozialstaat. Ausbau – Kontroversen – Umbau, Bonn.